Dienstag, 29. August 2017

Eine Alpenüberquerung und Kaiser Max I

Laut Wikipedia dient zweckfreies wandern dem Selbstzweck, der Erbauung oder Ertüchtigung. Im Unterschied zu Weitwandern wo man "nur" mehrere Tage am Stück unterwegs ist, hat man beim Fernwandern im Verlauf der Tour nicht die Absicht wieder am Ausgangspunkt zurückzukehren.
Weiter ist nach Wikipedia eine Alpenüberquerung eine Reise über die Alpen, meist quer, seltener auch längs zum Alpenhauptkamm.

Meine geplante Route für 2018
Soviel zur Theorie. Wenn man ein bisschen googelt findet man heraus das sich schon viele Menschen auf den Weg gemacht haben die Alpen der Länge nach zu überqueren, wobei es verschiedene Ausgangspunkte gibt, von Wien, Triest oder auch München sind beliebte Startpunkte. Die bekanntesten Alpenüberquerungen quer zum Alpenhauptkamm sind sicher der Traumpfad München - Venedig und Oberstdorf - Meran.

Wie man sieht hatten viele schon diesen Traum die Alpen zu überqueren, die "Dunkelziffer", d.h. jene die das nicht publik gemacht haben dürfte wohl noch viel höher sein. Meine Mutter trug einen ähnlichen Traum in sich, keine Alpenüberquerung sondern einer Pilgerreise. In 10 Jahren ging sie von Innsbruck nach Santiago de Compostela und weiter nach Finisterre um die Füße in den Sand zu stecken. Sehr inspirierend und motivierend.

Ich weiß noch am Anfang war ich zu jung oder habe mich nicht dafür interessiert, auf alle Fälle erfasst ich in ihren ersten Jahren der Reise noch nicht den Gesamtumfang der Tour die sie da auf sich nahm. Aber doch schon während meiner Studienzeit in Leoben, Steiermark, hatte ich den Wunsch einmal nach Hause nach Innsbruck zu Fuß zu gehen. Tja, aus dem frommen Wunsch folgten nie Taten.

Blick vom Größenberg auf die Hohe Wand (Niederösterreich)



Das Leben ging weiter und mittlerweile sitze ich in Wiener Neustadt, der Allzeit Getreuen, am Anfang der Alpen, am sogenannten "Wiener Alpenbogen" nicht mehr in der Hauptstadt der Alpen, Innsbruck, welche im "Herz der Alpen" eingebettet ist.

Blick auf Innsbruck, Tirol

Für beide Städte war Kaiser Maximilian I (1459-1519) prägend. In Wiener Neustadt geboren und begraben, verbrachte er doch viel Zeit in Innsbruck. Tirol kam aufgrund dem Drängen der Tiroler Stände und der hohen Schulden unseres damaligen Landesherren Erzherzog Sigmund zum Habsburgerreich "zurück". Sigmund selbst gehörte einer Nebenlinie der Habsburger an und starb kinderlos. Kaiser Max war gerne in Tirol, er liebte die Berge, als begeisterter Kletterer, und die Jagd. Der verhalf Tirol, insbesondere Innsbruck, zum Aufschwung in vielerlei Hinsicht. Er machte die Stadt nicht nur zum Zentrum für Kunst, Waffen und Kultur sondern sorgte auch für Reformen in der  Verwaltung und sorgte für feste Behörden.

Der Wahlspruch von Kaiser Max war „Per tot discrimina rerum“ (Durch so viele Gefahren). Wie treffend für eine Alpenüberquerung. Natürlich, durch ein in heutiger Zeit perfekt ausgebautes Wander- und Hüttennetz, lassen sich viele Gefahren auf ein Minimum reduzieren. Dadurch bleibt ein Teil des möglichen Abenteuers "auf der Strecke".

Dennoch sind die Alpen kein Kinderspielplatz und eine Restgefahr bleibt immer, seien es Wetterumschwünge und daraus resultierendes Unwetter, Regen, Hagel, Murenabgänge, Felsstürze aufgrund von Spannungen im Fels oder auch Steinschlag durch Tiere oder andere vorangehende Wanderer. Neben diesen objektiven Gefahren, gibt es immer noch die Gefahr das man zu müde ist oder abgelenkt und sich dadurch nicht mehr auf den Weg konzentriert der vor einem liegt. Wie viele stürzten ab aufgrund einer Unachtsamkeit?

Ich würde am liebsten sofort loslaufen ... doch leider ist es nicht so einfach.

Kommentare:

  1. Ich bewundere das sehr – mir fehlen neben dem Mumm auch die Kondition
    und der Wille sowas in Angriff zu nehmen – aber ich lese gern darüber!

    Ganz liebe Grüße aus der EDELFABRIK Chrissie

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    1. Liebe Chrissie,
      Danke für dein Kommentar,
      ich bin zwar prinzipiell schon immer sportlich gewesen aber sicher nicht auf "diesem Niveau" und ich bin auch wirklich brav am trainieren um mein Pensum was km und vor allem Höhenmeter angeht auch zu schaffen. Darüber erzähle ich dann in einem anderen Post wieder ein bisschen mehr :)
      LG Anna

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  2. Hallo Anna,

    welch tolles Vorhaben! Ich wünsche Dir viel Vorfreude und schon mal einen guten Start. Ich werde virtuell mitwandern. Und falls Du unterwegs merkst, dass die Alpen in Ost-West-Richtung zu anstrengend sind, kannst Du ja immer noch gen Süden auf die Alpenüberquerung Salzburg - Triest abbiegen ;-)

    Viele Grüße

    Christof

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    1. Haha Danke ;) natürlich darf Werbung in eigener Sache nicht fehlen, aber ich muss zugeben das ich doch gern von einem Ort los/hinwandere der mir etwas bedeutet und da gehört Salzburg/Triest nicht dazu - auch wenn die Strecke selbst sehr verlockend und abwechslungsreich klingt :) LG anna

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  3. Echt wunderschön! Danke für das Teilen.

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