Donnerstag, 2. Juli 2020

Tag 1 04.07.2020 Innsbruck - Eppzirler Alm

Der Wetterbericht für heute war im Vorhinein etwas durchwachsen. Schlussendlich aber Top Wanderwetter.

Es ging zuerst über die Sill und durch Saggen bis zum Hans Psenner Steg um auf die andere Seite des Inn zu kommen. Diese Brücke wurde als Notsteg errichtet damit im Zweiten Weltkrieg die Luftschutzstollen am Nordufer erreicht werden konnten. Von dort hinauf zur Hungerburg am Alpenzoo vorbei. Weiter ging es  bis zum Spielplatz Gramartboden, durch den Höttingergraben zum Höttingerbild und durch den Wald auf einem kleinen Pfad im auf und ab zum Alpengasthof Rauschbrunnen. Ab da verließ ich dann den Wirkungsbereich der Stadt. 



Am Söldensteig geht es auf einem kleinen, aber gut ausgetretenen Pfad direkt oberhalb der Kranebitterklamm entlang, zuerst direkt im Wald dann exponiert auf der Südseite wo man einige Reischen zum queren hat wo der Weg mehr schlecht als recht ist. Ein toller Platz am Weg ist allerdings die sogenannte "Nasse Wand" wo im Frühjahr ein toller erfrischender Wasserfall die Wand hinunterkommt. 







Bis knapp vor der Neuen Magdeburger Hütte war mir alles bekannt, ab da startete das Abenteuer. Es ging den Zirler Schützensteig hinauf, den Südflanken des Großen Solsteins entlang bis zum Solsteinhaus. Der Schützensteig wurde im 30 jährigen Krieg erbaut. Obwohl als schwarzer Bergweg angeführt fand ich ihn sehr angenehm zum gehen mit ein paar Kraxlstellen. 





Der Große Solstein ist übrigens kleiner als der Kleine Solstein. Der Weg hat immer wieder Seilversicherungen und das Herzstück des Weges ist das sogenannte Kaminl, eine versicherte Steilstufe. 

Am ersten Tag fühle ich mich immer etwas mulmig ob ich dem ganzen auch gewachsen bin, ob ich die ausgesetzten Wege gut meistern werde oder ob mich der Mut verlässt. Wenn man allein unterwegs ist kann einem keiner gut zureden oder daran erinnern was man alles schon tolles geleistet hat.

 Ich war mit u.a. nicht sicher wegen dem Schützensteig, ich fand nämlich schon bei einer letzten Tour den Schleifwandsteig mental sehr fordernd und der ist nur als roter Steig angegeben - ich machte mir schon Sorgen was hier dann als schwarzer Weg gilt. Schlussendlich find ich den Schützensteig sogar harmloser und wesentlich angenehmer. 



Vom Solsteinhaus aus war es dann nicht mehr weit, noch einige Höhenmeter bis auf die Eppzirler Scharte und dann war auch schon das Tagesziel die Eppzirler Alm im Blick. Ich finde es immer fies wenn man noch lange vor dem Erreichen das Ziel vor Augen hat. Die Eppzirler Scharte wollte aber noch hart erarbeitet werden (Siehe Bild unten, Scharte ist die Linke Reischen rauf)

Oben auf der Scharte kommt man sich vor wie in den Dolomiten. Ein absoluter Traum!







Die Eppzirler Alm liegt unglaublich schön eingebettet im Karwendel. Ich kann einen Ausflug hierher jeden ans Herz legen.

Der Tag war echt top, das Wetter gut, die Wege in gutem Zustand, alles fein 🥳 so macht wandern unglaublich viel Freude. 

Freitag, 19. Juni 2020

In Innsbruck angekommen .... und wieder weiter

Nachdem ich Anfang Juli 2018 in Innsbruck angekommen bin, war irgendwie klar, dass es das nicht gewesen sein konnte. Die Berge hören ja nicht plötzlich auf. So schmiedete ich den Plan ein Stück weiter zu gehen, diesmal wechsle ich aber von den Zentralalpen in den  Nordalpenraum, eigentlich logisch wenn man die Nordkette direkt vor der Haustüre hat.

Heuer, zwei Jahre später geht es also in der ersten Juli Woche los. Da ich in eine sehr touristische Ecke von Tirol komme habe ich heuer alles brav vorreserviert - und gut war es, dank Corona ist es ja nicht mehr so einfach in einer Hütte unter zu kommen. Eine Hütte am Weg (Selbstversorgerhütte) hat beschlossen, dass sie heuer gar nicht erst aufsperren. Wo ich dann übernachten werde? Lasst euch überraschen ;) 

Na und wie gehe ich nun? Ich nehme wieder das bestehende Weitwandernetz in Anspruch. Mein Plan ist von Innsbruck über den linken Ausläufer der Nordkette über das Solsteinhaus Richtung Scharnitz zu gehen und dort auf den Adlerweg/Nordalpenweg aufzuspringen. Um dann nach Leutasch auf die Coburgerhütte wieder von dieser vorgegebenen Route abzuweichen. Nach dem Wettersteingebirge geht es dann in die Lechtaler Alpen auf den berühmten Lechtaler Höhenweg. Wobei ich wieder von der Linie abweiche und über das Hahntennjoch auf die Muttekopfhütte gehe und nicht über Bschlabs zur Hanauerhütte (wie Nordalpenweg/Adlerweg es vorschlagen). Den geht es dann hochkonzentriert entlang bis zur Ulmer Hütte und dann hinab nach Sankt Anton. So der Plan :)

Für mich emotionale Wegpunkte sind...

(a) Coburger Hütte mit Drachensee
Als Schülerin war ich mal dort oben, eine meiner ersten Hüttenübernachtungen glaube ich. Ich weiß noch das meine Mama (oder waren sogar beide Eltern dabei?) schon am Freitag unterwegs war. Ein Vater hat mich und seinen Sohn nach der Schule aufgegabelt und wir sind nach auf die Hütte. Ich kann mich nicht mehr so richtig an das Ganze erinnern, alles verschwommen, aber die Hütte die über den See thront in dieser kargen Landschaft hat in meiner Erinnerung einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich war nie wieder dort und deshalb möchte ich unbedingt diese Chance wahrnehmen.

(b) Loreakopf
Ich bin Mitglied einer christlichen Schülerinnenverbindung, wir tragen sogenannte Coleurnamen die man sich selbst aussuchen kann - hat was von Decknamen. Mit meinen Sweet Sixteen habe ich am liebsten Metal gehört, eine meiner Lieblingsbands in dem Moment war die schwedische Band "Siebenbürgen" mit dem Lied "Loreia". Damals als google noch nicht alles wusste habe ich den schwedischen Text über Umwege übersetzt (übersetzen lassen) und fand den ziemlich klasse und habe mich dann so genannt. Damals wusste ich noch nicht das es einen Gipfel mit MEINEM Namen gab - hehe cool oder? Ein älterer Herr  bei einer Veranstaltung, hat das mal erwähnt und mich gefragt ob mein Name mit dem Berg bei Nasserreith zusammenhängt ... ich habe daraufhin natürlich recherchiert und bin mit meiner Mama einmal losgezogen. Nur sind wir nicht mal bis zur Hütte gekommen, da sich ein Gewitter dort festgesetzt hat und uns kaum das wir auf der Hochebene waren kalt erwischt hat. So schnell bin ich zuvor noch nie knappe 1000 Höhenmeter hinuntergekommen. Tja ihr habt es schon erraten ... ich war nie wieder dort, jetzt liegt es - welch ein Zufall - genau am Weg. Betet für mich, dass es mit dem Wetter wird, sodass ich vllt diesmal auf den Gipfel komme. Wäre schon a tolle Gschicht.

Soviel mal zum Rahmen in dem ich mich bewege. Mal sehen ob mir das Wetter hold ist, ansonsten ist der Lechtaler Höhenweg in der Form eher nicht machbar und ich muss ausweichen. 

Alles Liebe Anna

Freitag, 29. November 2019

Mit der Hillskrew auf das Brandjochkreuz

Seit heuer gibt es in Innsbruck die Hillskrew (hier), ein "good vibes only" Lauftreff der jeden Dienstag ab 18.30 die umliegenden Hills unsicher macht. Ich folge der Gruppe von Anfang an auf Instagram und finde sie großartig. Eine tolle engagierte Truppe die den Spaß am Laufen und der Freude etwas zu schaffen im Vordergrund hebt. Durch die Ungezwungenheit ist jeder willkommen, wer da ist, ist da.

Links im Bild der erste Gupf ist das Brandjochkreuz
Aufgrund meines etwas weiter entfernten Wohnortes habe ich es logischerweise noch nicht geschafft bei einem Lauftreff dabei zu sein, allerdings hatte ich die Chance beim zweiten Hillskrew Wandertag auf das Brandjochkreuz dabei zu sein. Auch einer dieser umliegenden Gipfel wo ich noch nicht oben war - der eigentliche die eigentlichen Brandjochgipfel fehlen noch, aber kommt Zeit kommt Rat.

Es sammelte sich eine bunte Gruppe beim Treffpunkt vorm Kater Noster im Stadtteil Wilten und gemeinsam ging es zur nächsten Busstation des J, der uns auf die Hungerburg (868m) brachte. Von dort ging es einen für mich noch unbekannten Weg, Roßfallweg, durch den Höttingergraben rauf zur Höttingeralm (1487m) und von dort fast eben zum Achselboden.


Höttingergraben

Der Achselboden (Achselkopf, 1560m) ist eine freie Wiesenfläche mit Brunnen und Privathütte. Ein sehr schönes Fleckchen oberhalb von Innsbruck.


Vom Achselboden ging es weiter zum Brandjochboden, ebenfalls wie der Name schon sagt, ein baumfreies, fast ebenes Fleckchen oberhalb von Innsbruck, allerdings ohne Zivilisationsspuren wie einem Brunnen oder Hütte. Von dort geht es nur mehr den Schlussanstieg über einen Rücken rauf zum Brandjochkreuz (2268m).

Blick Richtung Seegrube und ins Unterland
Blick vom Brandjochboden zum Brandjochkreuz
Die Aussicht von dort ist wirklich sehr toll - wer noch nicht müde ist oder die richtigen Schuhe anhat, kann noch den Südgratsteig entlang in leichter Kraxelei (UIAA III) bis zur Vorderen Brandjochspitze und wer immer noch nicht genug hat von dort weiter bis zur Hinteren Brandjochspitze (UIAA I).

Blick hinunter nach Innsbruck

Blick Richtung Sellrain
Blick auf den potentiellen Weiterweg den Grat entlang bis zu den Brandjochspitzen
Vom Gipfelkreuz hat man einen perfekten Blick nach Innsbruck
Der vorgelagerte Punkt des Brandjochkreuz eignet sich perfekt für ein Foto ;)
Anschließend ging es gemeinsam zurück zur Höttingeralm wo wir den Nachmittag gemütlich ausklingen ließen. Es war wirklich toll mit der Gruppe mitzuwandern, sehr viele interessante & vor allem sportliche Mitglieder. Vielleicht geht es sich wieder einmal aus bei einem Event dabei zu sein ...

Noch ein Blick zurück von der Höttingeralm

Mittwoch, 6. November 2019

By fair means: Patscherkofel von der Stadt aus

"By fair means" bedeutet ohne künstliche Hilfsmittel, in meinem Fall direkt von der Haustüre meines Elternhauses los und den Bus sowie die Seilbahn ignorierend bis auf den Gipfel meiner Wahl, in diesem Fall der Patscherkofel, steigend. Klingt normal, ist es aber ganz und gar nicht, meist geht es doch mit dem Auto von daheim los und der Parkplatz ist der Ausgangspunkt der Tour. 
 
Meine Strecke führte mich von daheim direkt an die Sill, der ich flussaufwärts bis in die Sillschlucht folgte. Da beim "normalen" Eingang zur Sillschlucht sich gerade die Maschinen des BBT (BrennerBasisTunnel) in den Berg bohren, geht es derzeit über den Bergisel in die Schlucht. Dort gab es dann alsbald eine Abzweigung nach Vill der ich folgte.

Diese Abzweigung in der Sillschlucht nahm ich.

Am Beginn ging es orographisch rechts an diesem Bach entlang hinauf nach Vill.

Oben in Vill ein Wahnsinnsblick auf die Serles.

Ab da war mir der Weg unbekannt. Die Markierung war recht frisch und hörte zwischendrin auch mal auf, dennoch war es mit den Steigspuren relativ leicht zu folgen bis es über die Felder zum Gasthof Traube nach Vill ging. Dort kannte ich mich zum Glück von vielen Spaziergängen wieder aus und nahm den Jakobsweg, wieder über Felder, nach Igls.




Hier bewegte ich mich ebenfalls im bekannten Terrain, war doch die alte Talstation mitten im Ort und nicht wie jetzt noch näher am Fuß des Berges angebracht. Ich nahm den alten Schiweg und fand mich alsbald im Zirkus wieder. Die Parkplätze waren recht gut gefüllt, die Bahn schaukelte fröhlich nach oben, dennoch gab es auch genug die den Berg (oder zumindest eine Hütte am Weg) per pedes erreichen wollte - auch Mountainbiker waren nicht wenige unterwegs.

Der Fahrweg bis Heiligwasser war das letzte bekannte Gefilde auf dem ich mich bewegte. Der Abschnitt zwischen Bergstation und Heiligwasser ist mir eigentlich nur auf den Brettern die die Welt bedeuten bekannt. Wahlweise Ski oder Snowboard - beides habe ich auf diesem Berg gelernt. Das eine mit knappen drei, das andere zehn Jahre später. Mittlerweile cruise ich am liebsten wieder auf zwei Latten, aber aus eigener Muskelkraft bergauf ;)

Gut beschildert, aber eigentlich nur Forststraße ging es bergauf - ich sah zwar immer wieder Abzweiger in den Wald, war mir aber nicht sicher ob das Schwammerlsuchwege sind oder richtige Wege durch den Wald die auch wieder wo rauskommen. Später, als ich mutiger wurde bzw. dann auf dem Weg bergab merkte ich das es sehr komfortable Waldwege sind, die die Forstraße abkürzen. Wieso da keine Schilder sind ist mir ein Rätsel, denn die Wege wurden eindeutig einmal angelegt, das sind keine ausgetretenen Pfade, aber ich nehme an, dahinter liegt eine Managemententscheidung.

Kurz vor der Lanser Alm.


Alles etwas nass, aber sehr gut zu gehen.

Der Blick von der kleinen Brücke vom Bach.
Kurz vor der Lanser Alm verließ man dann endgültig die Forststraßen und bewegte sich nur mehr auf kleinen Pfaden bis zur Alm und dann weiter bis zur Patscherkofel Bergstation. Dort ist man aber noch nicht am Gipfel, ca. 250 Höhenmeter warten da noch auf einem. Da ich keine Lust hatte auf die lange Schleife der offiziellen Wanderwege bis zum Gipfel, nahm ich einen auf der Karte eingezeichneten Pfad der quasi direkt nach oben zog. Ganz schön knackig und sicher nicht die klügste Entscheidung. Dennoch war ich so recht schnell am Gipfelkreuz. Oben ging der Wind wie nicht anders zu erwarten, dennoch genoss ich das Panorama. So schön, ganz ohne Wolken, wirklich ein Traum. Über 32 Jahre hat es gedauert bis ich auf den Hausberg Nr.1 ganz aufgestiegen bin. Von daheim sind es genau 18,6 km und 1750 Höhenmeter.

 
So, ich, endlich am Gipfel angelangt.
 
Yess, von dort ging es rauf. Der Blick ins Inntal ist fantastisch.

Aber auch ins Unterinntal mega.

Und ins Oberinntal sowieso.



Links im Bild nochmals die Serles, direkter Blick ins Stubai bis zum Gletscher.

 
7 Tuxer Summits warten hier noch auf mich - im Rahmen von #WN2IBK wäre das mein vorletzter Tag gewesen, leider regnete es damals den gesamten Tag und ich musste durch das Volderauertal. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
 
Hinab ging es fast den gleichen Weg wieder wie hinauf. Zuerst den beschilderten Weg bis nach Boscheben und dann Richtung Lanser Alm. Von dort nahm ich dann allerdings die Abzweiger direkt durch den Wald bis unterhalb von Heiligwasser. Anschließend den exakten Aufstiegsweg zurück - und eines kann ich euch sagen, der schlimmste Teil zurück war der Gegenanstieg auf den Bergisel von der Sillschlucht rauf haha. War eine echt tolle Tour bei bomben Wetter :)


Durch Waldwege hinab.

Kurpark Igls.



Blick auf den Bergisel von Vill aus.

Den gleichen Weg von Vill ging es wieder in die Sillschlucht hinab.

Unter die Autobahn auf den Bergisel.


Donnerstag, 10. Oktober 2019

Reichensteintraverse bzw. Eisenerzer-Alpen-Kammweg (Nr. 673)

Dieser Weg führt, wie die Namen schon vermuten lassen vom Eisenerzer Reichenstein zum Admonter Reichenstein über einen langgezogenen Kamm. Genaugenommen ist der Kamm fast 40 km lang und hat ca. 3000 Höhenmeter im Programm. Das eigentlich besondere an diesem Kleinod in der Obersteiermark ist allerdings der Umstand, dass zwischen Reichensteinhütte und Mödlingerhütte es keinen wirklichen Stützpunkt gibt. Es gibt zwei Hütten die aber nicht direkt am Weg liegen, beides sind Privathütten und eine davon eine bewirtschaftete Alm.

Daraus ergeben sich nur zwei Möglichkeiten:
a) entweder stramm alles in einem Tag durch marschieren, oder
b) sich auf halben Weg ein Biwak einzurichten.

Ein daraus resultierender Pluspunkt ist, es gibt wenige die sich den ganzen Kamm "antun" sondern mehr Wanderer die einzelne Gipfel ansteuern.

Soll:

Am Freitag nach der Arbeit geht es direkt nach Leoben (ca. 1h Fahrzeit) und von dort mit dem Regionalbus 820  bis Präbichl Passhöhe und dann weiter auf die Reichensteinhütte.  Dort übernachten und am nächsten Tag bis zum Zeiritzkampel (oder auch weiter, kommt darauf an wie ich voran komme). An diesem Teil des Eisenerzer Kamms biwakieren und am nächsten Tag bis nach Trieben und mit dem Zug wieder nach Leoben zurück und von dort nach Hause.

Aufmerksame Leser wissen, dass die Reichensteintraverse schon letztes Jahr am Programm stand. Ich wollte sie im Rahmen meiner Wanderung von Wiener Neustadt nach Innsbruck machen. Allerdings bin ich auf halben Weg zur Reichensteinhütte umgekehrt, aufgrund eines Schneefeldes. Damals war ich auch körperlich müde, da ich eine Woche ohne Pause mit sehr langen Tagen marschiert bin, da war ich dann mental auch nicht mehr so gut drauf. Da aber dieser Eisenerzer-Alpen-Kammweg schon sehr lange in meinem Kopf herumspuckt habe ich ihn eben für heuer wieder ausgegraben. Auch wieder allein, bewusst.


Ist:

Der Sommer schritt voran und irgendwie fand sich kein passendes Wochenende. Ende August dachte ich mir, jetzt brauch ich langsam einen Termin sonst wird es nix. Ich fragte eine gute Freundin ob sie es mit mir wagen würde die Tour an einem Tag zu meistern. Sie ist sofort dabei und wir fanden einen Termin Ende September. Als Tagestour wollte ich es doch lieber zu zweit machen, da man sich dann gegenseitig motiviert wenn man vllt in ein Motivationstief fällt. Schlussendlich kam es erst wieder ganz anders als um-geplant, aber dazu später...

Freundliche Bitte der Hüttenwirte beim Aufstieg zur Reichensteinhütte

Den Eisenerzer Reichenstein für sich allein hat man auch nicht oft
 Am Samstag 28.09.2019 stellten wir das Auto in Leoben ab und fuhren mit dem Bus 820 von Leoben zur Präbichl Passhöhe und stiegen zügig über die Stiege auf die Reichensteinhütte. Natürlich mit Besuch auf dem Eisenerzer Reichenstein, aufgrund der nebligen und feuchten Witterung (es hat bis ca. 14 Uhr geregnet) waren wir sogar allein am Gipfel. Die Hütte selbst war gut besucht, da für morgen Traumwetter angesagt war.

Unser Zimmer

Das Thermofrühstück


Am nächsten Tag gab es um 05:00 ein Thermofrühstück und eine halbe Stunde später zogen wir los. Die Sicht war phänomenal und man konnte gut die Lichter der umliegenden Ortschaften erspähen. Im Schein der Stirnlampe war der Weg gut ersichtlich, wir sahen auch kaum aus der Hütte draußen 4 Steinböcke die von uns aufgeschreckt wurden. Da wir den Weg der in der Dunkelheit vor uns lag überhaupt nicht kannten gingen wir aufmerksam und mit bedacht, kamen aber gut voran. Da und dort verlor sich die Dunkelheit im Nichts, aber der Weg war gut begehbar. Man musste schon etwas aufpassen, da es noch nass vom Vortag war.

Wie ich in den Beschreibungen gelesen habe ging es vor der Großen Scharte seilversicherte Stücke bergab. Eine Stelle habe ich noch in Erinnerung da war man wirklich froh das ein Seil drin war. Ein paar beherzte Schritte um die Ecke mit den Händen fest am Seil, dann war auch dieser Moment dabei. Belohnt wurde man mit einem Blick in die Große Scharte, sie ist wirklich eindrucksvoll, bald danach konnte man auch schon die Stirnlampe wegpacken.



Große Scharte

Den Kammweg immer im Blick
 

Hohe Lins, das erste Gipfelglück am Weg


 Kurz nach 7 kam dann auch endlich die Sonne raus. Es war ziemlich schnell klarer blauer Himmel und die Wolken wurden in die Täler gedrückt die sich im Lauf des Vormittages dann wieder verflüchtigten. Bis dorthin galt es aber Jack an kalt, Jacke aus warm - den lieben langen Vormittag. Kam darauf an ob es gerade bergauf ging oder ob der Wind durchpfiff d.h. auf welcher Gratseite man sich befand oder knapp darunter. Das war etwas mühselig, tat aber dem tollen Panorama und der guten Laune keinen Abbruch.

Der Stadelstein im Blick

Ein Blick zurück

Noch ein letzter Blick Richtung Erzberg bevor es um den Stadelstein herum geht

Richtung Kragelschinken

Kurz vorm Kragelschinken ein Blick zurück


Die sogenannten "Weite Böden", der sanfteste Teil
 Wir kamen gefühlt gut voran, wenn auch wie schon wie zu Beginn erwähnt mit bedachten Schritten, insbesondere auf den steilen Wiesenhängen - es dauerte einfach länger bis es wirklich auftrocknete, eigentlich bis in den späten Vormittag hinein.  Am technisch einfachsten Bereich nach dem Kragelschinken - jetzt war es dann wirklich trocken -  vor dem Brunnecksattel, dort war der Weg dann teilweise schlecht ersichtlich, viele umgestürzte Bäume und mäßige Markierung machten es uns nicht leicht in der Zeit zu bleiben und als wir am Brunnecksattel waren, war schon irgendwie klar das wird heute wohl nix mehr mit der ganzen Tour.

Der mächtige Zeiritzkampel, ja genau die steile Wiese in der Mitte im Bild darf man rauf...
 
... kaum ist man die Wiese hoch geht es den Grat entlang bis zum Kreuz und weiter

Der Aufstieg vom Brunnecksattel auf den Zeiritzkampel war sicher dann das Highlight des Tages obwohl schon der gesamte Tag wirklich mega war. Die steile Wiese rauf und dann den Wiesengrat entlang bis zum Kreuz war nicht von schlechten Eltern und dazu noch sehr schweißtreibend. Nach dem Kreuz am Zeiritztörl machten wir eine so richtig große Pause und informierten uns über Abstiegsmöglichkeiten.

Im Blick die Seekaralm, wo man nach Absprache zur Übernachtung bleiben kann, da ungefähr auf der Hälfte der Strecke
 
Ein Blick auf die weitere Tour
Denn wir würden zu lange in der Dunkelheit unterwegs sein und das macht keinen Spass, außerdem müssten wir uns dann hetzen. Zusätzlich kommt noch dazu, dass in der Literatur die ich gefunden habe, extra angemerkt ist das die letzten 3h bis zur Mödlingerhütte zwar technisch einfach aber in der Dunkelheit nicht einfach zu finden sind. Und wer will schon ein Fall für die Bergrettung werden? Insbesondre aus eigener Unachtsamkeit.


Die nächste Gelegenheit war nach Wald am Schoberpass, flink wie wir waren erreichten wir auch noch den Zug um 18:05 nach Leoben um am selben Abend noch heimzukommen. Wir hatten 1900 positive Höhenmeter und 26km in den Beinen, die restlichen hätten wir auch noch ohne Probleme gepackt, das war nicht das Thema. Insofern war es wirklich schade vernünftig zu sein und abzubrechen.

Natürlich ist unser Plan nächstes Jahr zurückzukommen und den restlichen Teil bis zur Mödlingerhütte zu absolvieren.