Mittwoch, 29. August 2018

Wiener Neustädter Nachrichten #06 2018 (Seite 32/33)

Ich muss ja zugeben, die Fotos habe ich immer noch nicht sortiert, dafür bin ich in den Lokalnachrichten von Wiener Neustadt nachzulesen:

Montag, 6. August 2018

Statistik


So, ich hinke etwas hinterher, aber irgendwie kam mir das Leben dazwischen.

Hier ist mal ein Link zu meiner Route die ich nachgezeichnet habe (es gab kein Tracking unterwegs). Daher stimmt die Route nicht zu 100% da nicht alle Wege auf alpenvereinaktiv.com vorkommen.



https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/gegangene-route-so-naturgetreu-wie-moeglich-wn2ibk/115914746/?share=%7Ezgr7vt9h%244ossvsej

Man kann getrost sagen, ich bin rund 720 km und 36.500 Hm unterwegs gewesen, wobei ich ehrlichkeitshalber sagen muss, rund 40km davon bin ich mit jmd mitgefahren oder habe den Bus genommen. Die ursprüngliche Intention alles zu Fuß zu gehen wurde aufgrund von verschiedenen Gründen über Board geworfen. Manches mal läuft es nicht so wie man es sich vorgestellt hat ;)

Wenn man sich die Karte so ansieht fehlt eigentlich nicht mehr viel um eine Österreich Durchlängung vollständig zu machen. Das lustige ist ja eigentlich, man ist so viel gegangen, hat so viel gesehen und so viel erlebt und eigentlich ist Österreich immer noch so groß und so wunderbar und es fehlen noch so viele Ecken die man sich gerne ansehen möchte und erkunden.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Etappe 5 Tag 3 06.07.2018

Lizumer Hütte - Naviser Jöchl - Innsbruck

Ich wachte als erste in meinem Lager auf, es war halb sechs. Ab halb 7 gab es Frühstück, draußen regnet es. Ich stand dennoch gleich auf - es sollte ja nicht besser werden heute. Um kurz nach sechs war der Rucksack schon wieder gepackt.


Um kurz nach 7 ging es dann als erste raus in den Regen. Empfang hatte ich schon länger nicht mehr darum habe ich meiner Mama noch nicht mitteilen können das ich das gemeinsame Treffen auf der Glungezerhütte absagen möchte und ich direkt heimkomme. Einerseits kann ich die angepeilten "7 Tuxer Summits" aufgrund des Wetters nicht machen, andererseits finde ich es nicht ok meine Mama bei dem Wetter von der Bergstation Patscherkofel zur Glungezerhütte zu schicken.

Außerdem bin ich es dann doch Leid jeden Tag woanders zu schlafen und ich möchte endlich ankommen. Ich glaube ich wäre jetzt mental so richtig bereit für draußen schlafen, einfach weil es dann mein Zelt/Tarp wäre und nicht eine Hütte mit wieder fremden Menschen, wo man die Geschichte wieder neu erzählt etc. Ich bin es Leid für jeden Tee, Kaffee, Glas Wasser zu bezahlen (ok daheim zahlt man ja auch für alles, aber die Gebinde sind größer für denselben Preis und man kann sich höhere Einheiten holen). 

Wie vorher erwähnt war ich um kurz nach 7 die erste von der Hütte die sich hinauswagte in das nasskalte Nebelwetter. Ich war dazu noch die einzige die sich in diese Richtung aufmachte, alle anderen wollten weiter München-Venedig oder am Inntaler Höhenweg. Ich war froh wieder draußen zu sein, ich war das schlechte Wetter schon so gewohnt auf dieser Reise das es irgendwie dazugehörte - auch wenn ich lieber schöneres gehabt hätte, bei dem was am Plan stand. Aber wie heißt es so schön: "Ich freu mich das es regnet, denn freue ich mich nicht, regnet es trotzdem".


Zuerst ging es einen Pfad hinter der Hütte entlang der in der Militärstraße mündete der ich einen Großteil des Weges bis zum Naviser Jöchl folgte. Auf diesem Pfad waren soooo viele Alpensalamander, ich musste aufpassen wo ich hintrat damit ich keinem unter meinen Schuhen zerquetschte. So wunderschön, da dachte ich mir nur, ha wenn schönes Wetter gewesen wäre würde ich das nicht erleben.

Der Militärstraße bzw. Forststraße folgte ich dann also bis zum Klammjoch und dann weiter bis kurz vorm Mösljoch ein Wanderweg abzweigte. Die Markierungen waren recht ok und auch bei dem Regen und der mäßigen Sicht gut zu finden. Eigentlich bin ich ja kein Fan von Forststraßen, heute aber war ich dann doch glücklich das es größten Teils auf ebendiesen dahin ging. Der Wanderweg ging über Wiesen auf und ab, man konnte immer wieder erahnen wo es nach Mösl oder nach Navis ging. Kurz vorm Naviser Jöchl wurde es dann plötzlich ziemlich felsig und irgendwie unwirklich. Unwirtlich erschien heute sowieso alles, aber da war plötzlich so viel Fels und Stein und noch Altschneefelder, das passte gar nicht zum sonstigen Teil des Weges bis jetzt. Hier wollte ich eigentlich mal ausprobieren ob ich Empfang habe um meiner Mama über die geänderten Pläne Bescheid zu geben, aber es regnete zu viel hier auf knapp 2500m, sodass ich lieber schaute vorne schnell runter zu kommen ins Voldertal.

Einfach nur wow! Ich habe leider wegen des Regens kein Foto davon aber es war sooo schön im Talschluss, was mehr eine Art Hochtal war. Laut Karte heißt dieser Ort Melkböden.  So viel grün und so unendlich viel Wasser, 1000 kleine Bäche kamen von überall den Berg herunter. Der Weg selbst war zwar leicht zu finden, allerdings nicht leicht zu folgen, trocken war ich schon lange nicht mehr bei den Füßen, aber direkt in ein eiskaltes Bächlein wollte ich auch nicht zwingend treten. Oft war es aber gar nicht anders wirklich möglich.

Beim Abstieg vom Jöchl erspähte ich ein Hochleger und dachte mir perfekt, etwas Wind- und Regengeschützt zum telefonieren und dort ist dann sicher wieder eine Forststraße die alles bequemer macht. Eine Forstraße begann wirklich dort, aber geschützt war es dort nicht wirklich, dafür war der Dachvorsprung zu klein, dennoch gab ich kurz daheim Bescheid und auch meinem Freund wie der aktuelle Plan aussieht und wo ich mich überhaupt befinde.

Zum Glück hatte ich mir den Weg den ich heute vorhabe zu gehen schon gestern gut eingeprägt, bei dem Wetter wäre viel nachsehen nicht möglich gewesen. Ich blieb nun auf der Forstraße und folgte ihr Talauswärts bis zur Voldertalerhütte der Naturfreunde. Ich ging an diversen Almen vorbei und schlug etwaige Wanderwegoptionen aus, ich blieb lieber gemütlich am Forstweg, das ist bei so einem Sauwetter einfach bequemer. Meine Schuhe wurden auch noch etwas nass, da einige Bäche ihren Weg direkt über die Forstraße suchten und keine Steine vorhanden waren zum drübersteigen. Bis eben zur Voldertalerhütte, dort steuerte ich direkt auf einen Wanderweg zu. Mittlerweile bin ich von fast 2500 auf knapp 1400 wieder abgestiegen. Jetzt heißt es auf einem Teilstück des Voldertaler Rundwanderweges den Glungezer auf halber Höhe zu queren, der Weg führte bis zur Mittelstation und von dort wieder den Forstweg hinunter bis kurz vor der Talstation. Statt Richtung Talstation/Tulfes folgte ich dem talnahen Speckbacherweg Richtung Sistrans.


Ab der Voldertalerhütte wurde der Regen auch endlich etwas gemäßigter. Jetzt war ich auch gefühlt schon fast daheim. Statt direkt das gesamte Voldertal hinaus bis ins Inntal blieb ich mit der Querung auf der Mittelgebirgsterasse die zwischen Glungezer/Patscherkofel und Inntal liegt. Der Speckbacherweg geht direkt am Fuß entlang bis nach Igls, ich folgte nur bis Sistrans und ging dann Richtung Lanser See, über Rans kam ich auf den Wanderweg nach Innsbruck. Dabei schaute ich noch kurz am Tummelplatz vorbei wo ich schon lange nicht mehr war.


Jetzt war ich schon auf Höhe Schloß Ambras, wie oft bin ich den Weg schon als Kind gegangen. Der Tummelplatzweg führt vom Schloss hinunter in die Stadt, direkt zur Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 3 und dem Friedhof. Von dort war es dann wirklich nicht mehr weit.

Nach exakt, wirklich auf die Minute genau, 10 Stunden nachdem ich von der Lizumerhütte aufgebrochen bin kam ich in Innsbruck in meinem Elternhaus an. Schon am Weg dorthin als mir das Ganze bewusst worden ist war es eine Mischung aus Erleichterung und auch Wehmut. Eine Mischung aus Gefühlen die wirklich sehr schwer zu beschreiben ist. Auf alle Fälle war ich sehr glücklich.

Ich hatte zwar viel schlechtes Wetter, aber mir ist nichts passiert. Kein Unfall, keine Krankheit. Dankbarkeit.

Alles Liebe,
Anna

PS: Ich bin hier natürlich noch nicht fertig. Die ganze Reise gehört noch nachbereitet. Weitere Beiträge werden kommen.





Dienstag, 17. Juli 2018

Etappe 5 Tag 2 05.07.2018

Weidenerhütte - Geiseljoch - Hippold (2642m) - Grafenjoch - Lizumerhütte

Laut Wettervorhersage soll es wie die vorherigen Tage sein. Bis frühen Nachmittag Wetter ok danach mies - diesmal aber mit dem Unterschied das dieses miese Wetter am Freitag ohne Unterbrechung weiter gehen soll. Gewitterwarnung ist an beiden Tagen nachmittags.

Ich ging also in der Früh wieder zeitig los. Nach einer geruhsamen Nacht gab es ein wunderbares Frühstück und den Tipp des Hüttenwirtes, das der Weg über das Geiseljoch zum Hippold schöner ist also vorne rum wie der Weg laut Zentralalpenweg Variante und Inntaler Höhenweg eigentlich verläuft. Der Hippold wäre dann als (leichter) Gipfelsieg drin, da es vom Joch nur 200 Höhenmeter rauf sind, so da ich jetzt hinten herum ging war der Weg über die Spitze zum Grafenjoch und dann zur Hütte.

Wenn das der Hüttenwirt vorschlägt, dann gesagt, getan. Zuerst geht es den Forstweg einfach weiter Richtung Joch. Am Ende wird es ein sehr gemütlich sanft ansteigender Wanderweg bis zum Geiseljoch, dort dann den Schildern Richtung Vallruckalm folgen.

Ende Forststraße, Beginn Wanderweg zum Geiseljoch

Der Weg ist nicht ganz ein Fahrweg aber auch kein reiner Wanderweg, auf alle Fälle sehr gemütlich zu folgen an den Almen entlang. Bequemerweise geht der Weg bis kurz vor der Alm außerhalb des Kuhweiden entlang. Die meisten waren recht unbeeindruckt als ich da vorbeiging, aber auf einer Weide waren wieder verrückte muhende Mutterkühe am Werk. Ich war froh ich als ich da nicht durchmusste.


Hippold

Kurz vor der Alm sah ich einen Van ankommen der eine Gruppe Leute ausspuckte die ebenfalls den Weg Richtung Hippold einschlugen. Ich musste schmunzeln. Sie waren recht gut zu Fuß und auch wenn ich den Abstand zwischen uns verkürzte so habe ich sie nicht eingeholt.

Der Hippold und auch das gesamte Gebiet um die Hütte herum ist "Spielplatz" für das österr. Bundesheer, daher kann man nicht einfach herumspazieren wie man möchte. Daher stehen überall wenn man sich dem Gebiet nähert Schilder mit dem Aufruf anzurufen ob man auch passieren darf und sobald man das Gelände betritt stehen nochmals entsprechende Schilder mit der Aufforderung am Weg zu bleiben und keine Munition, Hülsen und Blindgänger mitzunehmen (ich habe leider keines davon gesehen ;) )



Aber am Gipfel haben wir uns dann logischerweise getroffen. Wir haben nett geplaudert aber ich wartete dennoch bis alle weg waren um den Gipfel für mich allein zu haben und die Aussicht zu genießen. Es ist jetzt doch kurz vor Ende meiner Reise. Kaum zu glauben.


 Als sich aber direkt über dem Gipfel sich lokal ein Donner meldete und es leicht zu regnen begann bekam ich schnelle Füße und war ruckzuck am Grafenjoch. Da verstand ich auch weshalb der Hüttenwirt meinte der Weg von hinten auf den Gipfel ist angenehmer. Die kurzen 200 Höhenmeter waren wirklich kein Genuss und vor allem eigentlich sehr mühsam.

Kaum war ich am Joch war auch der kurze Spuck wieder zu Ende. Mir recht dachte ich, machte mich aber dennoch zackig auf dem Weg zur Lizumerhütte. Man weiß ja nie wann es dann richtig los geht.

Ich sah auch immer wieder Soldaten aber noch mehr hörte ich sie zwischen den Latschen sich gegenseitig Befehle zurufen. Plötzlich fing es für ca. 10 Minuten richtig stark zum regnen an - ich zog schleunigst meine Regenjacke an. Spätestens jetzt mit der leuchtend orangen Jacke war ich für jeden ein gutes Ziel ;) Der richtige Regen kam zum Glück aber erst als ich auf der Hütte war an und zwar so richtig richtig und er hörte gar nicht mehr auf. Ich befürchtete - wie sich herausstellte - zu Recht, dass der Freitag wettertechnisch wirklich so schlecht ist wie vorausgesagt. Da soll es nämlich kein regenfreies Wetterfenster geben.

Damit die Wanderer vom Wanderweg nicht durch die Kaserne die Straße entlang zur Hütte nehmen.

Die Hütte an sich ist echt toll, nur der Hüttenwirt ist etwas sehr eigen würde ich mal vorsichtig ausdrücken. Er und ich kamen nicht wirklich auf einen grünen Zweig. Etwas ruppig um nicht zu sagen selbstgefällig. Interessant war der Aspekt das man seine AV Karte (oder Ausweis) bei ihm abgeben musste und dafür eine Nummernkarte bekam auf die die Konsumation gebucht wird. Ich nehme an da haben sich schon viele aus dem Staub gemacht ohne zu zahlen - so viel zur Idylle am Berg. Er hat auch sicher eine hoch frequentierte Hütte - Inntaler Höhenweg, Zentralalpenweg, Via Alpina, Traumpfad München - Venedig und viele tolle Tages/Zweitageszielgipfel warten in der Lizum und liegt alles direkt am Weg.

 



Es ist jetzt zwar schon Hauptsaison aber das Lager war dann dennoch nicht ganz voll - glücklicherweise.





Montag, 16. Juli 2018

Etappe 5 Tag 1 04.07.2018

Rastkogelhütte - Kleiner Gilfert - Weidener Hütte

Eine ausgesprochen kurze Etappe erwartet mich. Es geht auch über die Ausweichroute und nicht die original angepeilte über den Rastkogel.

Warum?

Auf dem Rastkogel ist noch relativ viel Schnee, man kann zwar allen Schneefeldern gut ausweichen aber man benötigt dafür mehr Zeit und die hatte ich heute nicht, da - mal wieder - ein Gewitter ab frühen Nachmittag angesagt war und ich hatte keine Lust auf Spielchen wer früher auf der Hütte ist, ich oder das Gewitter.

Daher ging es in der früh los Richtung Kleiner Gilfert. Nach kurzweiligen 1.5 Stunden war ich am Gipfel. Am Weg zum Gipfel war der "Friedensweg" d.h. diverse Symbole der Weltreligionen auf Steinen platziert. Auch das Kreuz war mit den Symbolen wirklich schön gestaltet. Inwieweit das den Frieden der Welt verbessert sei dahin gestellt ;)



Am Gipfel blieb ich ca. eine halbe Stunde, das Wetter war zwar nicht so schön aber die Aussicht war gut und es war nicht wirklich kalt, recht angenehm. Ich war gleichzeitig mit zwei Einheimischen oben. Runter ging es einfach auf der anderen Seite, zuerst einen Wanderweg und dann Fortstraße und da bäm! waren plötzlich super viele Menschen. Ich fragte mich schon wo die ausgespuckt worden sind. Die machen alle den "Inntaler Höhenweg" - ja ich bin wohl wirklich langsam in der Hauptreisezeit angekommen.

Über den Forstweg ging es über das Tal hinweg auf die andere Seite bis zum ersten Hof, ab da ging es wieder einen Wanderweg entlang - um den Gebirgszug herum auf die andere Seite. Der Weg heißt "Bettlersteig" und ist wirklich sehr schön angelegt.

Auf der anderen Seite, im nächsten Seitental, ging es oberhalb an mehreren Höfen vorbei bis dann der Weg auch in die Forststraße mündete. Dort ging es dann hoch bis zur Hütte.

Keine 15 min nachdem ich in der Hütte war fing es zu regnen an, da und dort hörte man auch einen Donnerknall. Aber eher gemäßigt. Am späten Nachmittag war dann das Wetter sogar noch besser als vor dem Regen.

Das Essen auf der Hütte war ausgesprochen gut, weiters haben die einen supertollen Trockenraum. Ich bin echt begeistert :) Ich hatte auch Glück ein Zweierlager für mich alleine zu haben.






Freitag, 13. Juli 2018

Etappe 4 Tag 7 03.07.2018

Zell am Ziller - Hippach - Mösl - Rastkogelhütte

In der Früh kam ich später weg als gedacht, aber da ich nicht weit musste, nur etwas dem Bach entlang und dann rauf auf die Hütte hatte ich nicht wirklich einen Stress.

In der Früh holte ich mir mal ein Frühstück beim Bäcker der zum Glück gleich um die Ecke des Campingplatzes war. Während das Wasser für den Kaffee kochte baute ich ab und hängte alles zum trocknen auf - da die Sonne noch auf sich warten ließ dauerte der Teil eben etwas länger. Um 0800 war die Rezeption wieder geöffnet und ich konnte offiziell einchecken und zahlen - gestern bin ich gerade noch so gekommen bevor die Rezeption schloss. Um 0900 machte ich mich dann am weg.


Der Campingplatz liegt wirklich sehr nett und die Sanitäranlagen sind ziemlich neu, daher ziemlich lässig das Ganze. Bevor ich Zell verließ besorgte ich mir noch ein paar Kleinigkeiten beim Billa. Während ich am Weg nach Hippach war reservierte ich in der Weidenerhütte und Rastkogelhütte, meine Stationen für die nächsten Tage.


In Hippach fand ich sofort den Wanderweg und freute mich etwas zu früh, als ich dachte super das scheint kein Problem zu sein da hoch zu kommen. Denkste. Als ich das erste Mal die Straße kreuzte war der Weiterweg nicht mehr vorhanden, kein Schild, keine Trittspuren, gar nichts. Ich schaute also auf die Karte ob es noch eine Alternative zur Straße gab, ja gab es, dort war zwar dann auch kein Schild oder ähnliches, aber zumindest eindeutige Wegspuren. Da wo mich der Weg "ausspuckte" musste ich schlussendlich doch noch etwas Forst- und Fahrstraße folgen um nach Mösl zu kommen. Dort beginnt dann der "perfekt" ausgeschilderte Weg zur Rastkogelhütte. Klar, hier ist auch der Wanderparkplatz ^^

Material für die neue Mösl Bahn
Am Weg fand ich seeeehr viele Walderdbeeren, das war wirklich super. Alle so schön reif und süß und alle mein ;) Aber ich hätte wohl nicht so trödeln sollen, ich wusste das am Nachmittag Gewitter erwartet wurden, aber ich dachte ehrlichgesagt das die nicht schon so früh auftauchen, obwohl die Zeichen am Himmel schon eindeutig waren. Hinten am Rastkogel d.h. am Ende des Kessels braute sich schon den ganzen Vormittag was zusammen wo es nur mehr eine Frage der Zeit war bis es sich entlädt. Doch damit nicht genug.

Ca. 300 Höhenmeter unterhalb der Hütte um 13:45 Uhr - was nach nicht viel klingt, aber da alles Forstraße hoch ist macht man zwar viele Kilometer aber kaum Höhenmeter - begann also das vorhergesagte Gewitter. Zuerst mit Regen und dann päng! Donner und Gewitter abwechselnd im Duett. Zum Glück war die Front in der Gebirgskette hinter mir und zog von der Hütte (die knapp unterhalb des Grates ist vom Kessel) Richtung Hippach, aber dennoch entlud sich immer wieder ein Blitz direkt über mir. Ich kann euch sagen die 45 Minuten bis zur Hütte dauerten gefühlt EWIG.


Blick zum Rastkogel am Ende des Kessels

Ich kann euch sagen ich war sehr froh als ich endlich ankam, rechtzeitig bevor es noch schlimmer wurde - der Regen und dann Gewitter, auch kam der Nebel dann und hüllte alles ein. Im Gastraum wirkten wir alle wie Gestrandete. Gegen 17 Uhr war dann der ganze Spuk wieder vorbei, es klarte wieder auf und es war so, als wäre nie etwas gewesen. Immer wieder ein Erlebnis.



Donnerstag, 12. Juli 2018

Etappe 4 Tag 6 02.07.2018

GH Rechtegg - Gerlospass - Gerlosberg - Zell am Ziller

In 4 Tagen von Zell nach Zell find ich nicht schlecht. Heute war einer diese weniger so "richtig" schönen Tagen - Sonne den ganzen Tag.

Aussicht vom Gasthof Rechtegg in der Früh
Das Frühstücksbuffet im Gasthof war gleich ein Genuss, ich wusste gar nicht wo anfangen und dachte mir bei der Aussicht und dem guten Essen halte ich es eindeutig länger hier aus. Doch es wollte (dieses Mal) nicht so sein und gegen 0800 war ich wieder aus der Tür draußen.

Zuerst ging es den Weg von Gestern wieder ein Stück hoch bevor es in den Graben hinein und über den Bach ging. Endlich mal ohne gröberen Höhenverlust.

Zuerst wollte ich ja auf den Gernkogel überschreiten da ich von dort galant zum Gerlospass komme, dann aber hatte ich doch etwas Hummeln im Hintern und wollte so schnell als möglich die Salzburger - Tiroler Grenze überschreiten. Die Heimat ruft. Deshalb suchte ich mir landwirtschaftliche Straßen bzw. alte Höfeverbindungswege heraus denen ich folgte so weit ich sie fand, irgendwann war ich dann doch zum Abstieg auf die Straße gezwungen aber es dauerte nicht lang da war ich schon in Königsleiten.



Kurz vorher schon ging es auch wieder auf landwirtschaftliche Wege und Pfade entlang - um 11.51 war ich im letzten Bundesland meiner Reise angekommen - in Tirol. Zumindest laut Karte, es gibt ja sonst keinen offensichtlichen Unterschied.

Ich war bis jetzt auch fast nur stetig bergauf unterwegs (von 1100 als ich "auf der Straße landete" bis auf 1800 Höhenmeter kurz nach dem Gerlospass) aber der Weg ging jetzt nun mal wieder bergab Richtung Gerlos Ort. Der liegt auf 1300 Meter - also verschmerzbar vom Höhenmeterverlust her - aber ich nützte die Möglichkeit der Zivilisation und machte eine Mittagspause mit Cola und Schinken-Käse-Toast sowie als Nachtisch ein Eis. Man gönnt sich ja sonst nichts.

 
 
 
Anschließend ging es dem Bach bis zum Stausee Gmünd talauswärts entlang, ab da ging es wieder hinauf Richtung Gerlosberg via Jausenstation Astach. Die ich allerdings verfehlte, da ich zwar zuerst dem Weg durch den Wald folgte aber dann war plötzlich eine brachiale Forstwegschneise in den Berg geschlagen und ich fand den weiterweg nicht mehr. Ich dachte mir, egal ich geh jetzt einfach den Spuren der Zerstörung (=Forstweg) nach und werde dann schon auf der Straße irgendwo am Gerlosberg rauskommen. Gesagt, gefolgt und dem war auch so, aber zuerst musste ich noch einen Berg Holz ausweichen über eine Steile Böschung. Forstarbeit lässt grüßen, da verlor ich auch kurz den Halt und rutschte etwas ab, zum Glück ist nichts passiert.



Oben auf der Straße angekommen sah ich rechts von mir die Jausenstation, aber es gibt keinen Weg zurück, das heißt weiter die Straße entlang, vorbei an vielen Bauernhöfen in brütender Hitze. Ich bekam auch einen Sonnenbrand an Armen und Beinen. Ich cremte und cremte alle Stunden brav ein doch heute half nichts. Als die Straße von Gerlosberg hinunter nach Zell ging, war auch endlich wieder ein Pfad zum folgen da. Wir Schautafeln erzählten war dieser Weg schon da bevor die Straße da war. Früher war dieser Weg die einzige Möglichkeit um von Gerlosberg ins Tal zu kommen und retour.


Jetzt verlor ich auch schlussendlich die restlichen gesammelten Höhenmeter des Tages, Zell am Ziller liegt auf ca. 600 Höhenmeter. Um kurz vor 18 Uhr checkte ich im örtlichen Campingplatz ein. Ich war 10 lange Stunden unterwegs bei dieser Hitze, klingt vllt komisch, aber ich wünschte mir das mittelprächtige Wetter wieder zurück. Die Bremsen waren ein Wahnsinn, ich kam gar nicht nach sie zu erschlagen.





Heute baute ich das einzige Mal während meiner Tour das Tarp auf. Es waren doch wenige passende Tage bzw. vor allem Nächte dabei und ja ich habe mich auch vllt einfach nicht getraut es "einfach zu machen". Obwohl ich sagen muss, das umso länger ich unterwegs bin umso mehr gefällt mir die Idee draußen zu schlafen, nicht jeden Tag woanders schlafen zu müssen, meine Geschichte von neuem erzählen etc. Weil wenn ich in meinem Schlafsack, in meinem Tarp schlafe, schlafe ich ja immer am gleichen Ort so in etwa ^^ Mal sehen diese Idee muss noch nachverfolgt werden - vor der Tour ist nach der Tour.

So waren meine Gedanken heute, als ich genüsslich meine Pizza Capricciosa aß und meinen Dosenradler dazu trank. Ich wollte mich nicht in ein Lokal setzen, daher nahm ich alles aus Geschäft und Lokal mit und hockte mich vor mein Tarp. Für die anderen Campinggäste war ich ein etwas befremdlicher Anblick.